„Eine romantische Lady“ von Bailey Kinlay

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Eine Schwärmerei, romantische Gedichte und viele Missverständnisse – Regency

„Eine romantische Lady“ von Bailey Kinlay

Charlotte Young ist am Ende ihrer Geduld: Diesen hartnäckigen Verehrer, der schon wieder um einen Tanz bittet, würde sie am liebsten abwimmeln, doch leider ist Lord Campbell ein Freund der Familie. Sie will nichts mit ihm zu tun haben – ihn schon gar nicht heiraten. Stattdessen träumt sie sich viel lieber in die bezaubernden Welten, die ihr Lieblingsdichter so geschickt mit seinen Worten erschafft. Was muss das für ein gefühlvoller Mann sein! Wenn sie doch nur das Rätsel lösen könnte, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt.

Außer dem Titel hat Liam Morris, Lord Campbell, von seinem Vater nur Schulden geerbt, daher ist es kein Wunder, dass die zauberhafte und eigensinnige Miss Young ihn nicht erhört. Aber anstatt sich um die Finanzen der Familie kümmern zu können, muss er seinen kleinen Bruder zur Vernunft bringen, der sich unsterblich in Miss Youngs jüngere Schwester verliebt hat und droht, mit ihr durchzubrennen. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt für einen Skandal!

Charlotte und Liam müssen sich zusammentun und ihre kopflosen Geschwister vor einer großen Dummheit bewahren. Doch verbindet sie tatsächlich nur die Vernunft oder haben sie in Wahrheit viel mehr gemeinsam als nur diesen Kampf um den guten Ruf ihrer Familien?

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Leseprobe

»Ich will der Tautropfen auf deinen Augenlidern sein,
der am Morgen die bösen Träume der Nacht vertreibt.«
Charlotte seufzte. Oh, diese Worte waren perfekt. Sie berührten ihr Herz, obwohl sie sich nicht erklären konnte, wieso sie sich davon zu persönlich angesprochen fühlte. Schwärmerisch schloss sie die Augen und träumte sich einen edlen Gentleman herbei, der sie mit sanften Schmeicheleien verführte.
Niemals würde sie es laut aussprechen, aber sie hatte sich in jemanden verliebt, den sie nicht kannte. Eine leise Stimme flüsterte ihr zu, dass die Gedichte in seinen Werken nur an sie gerichtet waren. Ganz offensichtlich drohte sie verrückt zu werden. Anders war diese Überzeugung nicht zu erklären.
Wenn sie nur wüsste, wer Lester Moon wirklich war! Noch einmal ging sie die einzelnen Gedichte Buchstabe für Buchstabe durch und suchte nach einem Hinweis auf die Identität des Künstlers. Leider hatte sie dieses Mal keinen Erfolg. Doch zum Glück hatte sie in der letzten Gedichtsammlung etwas entdeckt, das sie sich zunutze machen wollte.
»Das geheimnisvolle Funkeln Ihrer blauen Augen.« Diese Formulierung hatte auch Lord Sheffield in einem seiner Werke verwendet. Es war nur ein vager Hinweis. Dennoch wusste Charlottes Herz mit Sicherheit, dass sie das Rätsel gelöst hatte. Zu schade, dass es ihr bislang nicht gelungen war, den Gentleman darauf anzusprechen. Vor einigen Wochen hatte sie Lord Sheffield einen Brief geschrieben und darin um eine Unterhaltung über Literatur gebeten. Er hatte bislang nicht darauf geantwortet. Ob er befürchtete, von ihr enttarnt zu werden? Sie würde ihn niemals verraten, wenn er seine Identität geheim halten wollte. Es ging ihr doch nur darum, die Wahrheit von ihm zu erfahren.
Zu schade, dass er neben einem zurückhaltenden Charakter auch noch ein zu hohes Alter besaß. Bei der Art, wie ihr Herz beim Gedanken an Lester Moon schneller schlug, hätte sie sich erhofft, es mit einem Gentleman in ihrem Alter zu tun zu haben. Stattdessen zählte er zwanzig Jahre mehr als sie. Niemand wäre sie auf die Idee gekommen, sich bei der Suche nach einem Ehemann an ihn zu wenden. Möglicherweise sollte sie ihre Schwärmerei für seine Werke ablegen, bevor sie auf ihn traf, um Missverständnissen vorzubeugen.
Sie klappte ihr Notizbuch erneut auf der ersten unbeschriebenen Seite auf und versuchte selbst, ihre Begeisterung für die Schönheit der Sprache auf Papier zu bannen. Ihre Gedanken wanderten allerdings immer wieder zu den Arten, wie sie ihrem Idol näherkommen konnte. Seit der ersten Veröffentlichung hatte sie Briefe an Lester Moon bei der Druckerei abgegeben. Noch kein einziges Mal hatte sie eine Antwort erhalten und konnte nicht einmal sagen, ob der Dichter die Briefe erhalten hatte. Ihr Verhalten musste aufdringlich erscheinen. Sollten ihre Eltern davon erfahren, wären sie vermutlich entsetzt. Doch noch wollte Charlotte ihre Hoffnungen nicht aufgeben.
Bald könnte sich eine Gelegenheit ergeben, den Künstler persönlich zu sprechen. Lord Sheffield verließ nur selten das Haus. Er lebte sehr zurückgezogen, pflegte jedoch eine enge Freundschaft zu seiner Nachbarsfamilie. Die veranstaltete demnächst einen Ball, zu dem Charlottes Familie eingeladen war. Dort würde sie mit etwas Glück auf den Autor treffen. Auch wenn er kein Interesse daran haben sollte, mit ihr zu korrespondieren, könnte er einem Gespräch auf einem Ball nicht ausweichen, ohne unhöflich zu wirken.
Charlotte bemerkte das Lächeln, das sich auf ihr Gesicht geschlichen hatte, an einem leichten Ziehen ihrer Gesichtsmuskeln. War es verrückt, dass sie sich darauf freute, den Autor mit ihrer Erkenntnis zu konfrontieren? Sie wollte ihn fragen, wie er es schaffte, seinen Worten so viel Leben einzuhauchen. Mit einfachen Formulierungen konnte er ein Bild malen, dass schmerzhaft schön war. In ihren eigenen Ohren klangen ihre Gedichte immer plump und kitschig. Es fiel ihr schwer, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Sie schweifte zu leicht ab und verlor sich in nichtssagenden Plattitüden.
Mit einem frustrierten Seufzen strich sie das bisher Geschriebene durch. Vielleicht war sie noch nicht so weit. Vermutlich handelte es sich um Anmaßung, über etwas philosophieren zu wollen, mit dem sie keinerlei Erfahrung hatte. Wie sollte sie Liebe glaubhaft darstellen, wenn sie dieses Gefühl noch niemals erlebt hatte? Sie sollte ihr Herz öffnen, Sehnsucht empfinden, sich nach einem Verehrer verzehren, um die passenden Worte wählen zu können.

[…]

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