Mein Freund, der Callboy und ich

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Magic Callboy

Eine Nacht, die alles verändert

Lisa steckt seit Jahren in einer langweiligen Beziehung mit Reinhard fest, der einige Jahre älter ist als sie. Als er versucht, wieder Schwung in ihre Liebe zu bringen, findet Lisa seine Ideen erst einmal ziemlich aufregend. Nach langem fühlt sie sich endlich wieder begehrt. Doch dann engagiert er einen Callboy und zeigt eine neue Seite von sich. Lisas Sicht auf Reinhard verändert sich unwiderruflich und die Nacht verläuft anders als geplant. Was sagt es über Lisas Beziehung aus, wenn ein Fremder ihre Bedürfnisse besser kennt als ihr langjähriger Freund?

dp DIGITAL PUBLISHERS

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Leseprobe

  1. Kapitel

Samstag

Die Anweisung klingt, wie aus einem Sexspiel kopiert. Ob Reinhard extra eines dieser Sets mit erotischen Aufgaben gekauft hat? Er ist nicht der Typ Mann, der Einladungen in blumige Worte fasst oder ein Date überhaupt vorbereitet. Weshalb diese Mühe? Unser Jahrestag steht erst im Winter an. Keiner von uns feiert in nächster Zeit Geburtstag. Das hier muss ihm dennoch wichtig sein. Aber warum?

Zieh dir was Schönes an, lass die Unterwäsche weg und komm um sechs zu Marcos. Ich werde dich dort sehnsüchtig erwarten.

Steigt mir da sogar der Duft eines Parfums in die Nase? Damit hat er wirklich übertrieben. Weshalb hat er die Nachricht überhaupt notiert, statt mir die Worte einfach ins Gesicht zu sagen?

Ich lege das dicke Papier im Postkartenformat, auf dem mit Reinhards geradliniger Schrift zwei Sätze notiert sind, ungläubig auf den Küchentisch neben meinen Frühstücksteller. Im Augenblick entdecke ich nur seine von ersten grauen Strähnen durchzogenen Schläfen und das dunkle Haar hinter der Zeitung. „Diese Einladung ist wirklich sehr nett von dir“, beginne ich. „Gibt es etwas zu feiern?“

„Muss es einen Anlass geben, damit du mit mir ausgehst?“ Er legt mit gerunzelter Stirn die Zeitung weg.

„Nein, natürlich nicht. Tut mir leid, falls es so geklungen hat. Ich freue mich sehr auf unsere Verabredung. Wirklich.“

Er nickt. „Schön. Dann kannst du den Rest des Tages nutzen, dich darauf vorzubereiten.“

In meinem Magen beginnt es zu kribbeln. Reinhards kühl berechnender Tonfall gefällt mir nicht. So redet er nur, wenn er alles unter Kontrolle haben will. Das kann leider ausarten. „Was meinst du?“

„Ich habe dir ein Päckchen ins Badezimmer gestellt. Du wirst es schon herausfinden.“

Neuerlich dieses Kribbeln in meinem Bauch. „Ich verstehe nicht, warum du dir solche Mühe machst.“

„Wie bitte?!“ Die Kaffeetasse, aus der er gerade einen Schluck genommen hat, zittert in seiner Hand. Er stellt sie mit einem Klirren ab.

Oh nein, das habe ich völlig falsch formuliert. „Ich fühle mich wirklich geschmeichelt. Es ist furchtbar nett von dir, dich so ins Zeug zu legen …“

„Warum hinterfragst du dann meine Handlung?“ Sein Gesichtsausdruck wird wütend.

„Deine Einladung hat mich überrascht. Ich danke dir dafür, dass du dir so viele Gedanken gemacht hast. Es ist nur …“

„Warum muss ich mich dafür rechtfertigen, dir immer wieder zeigen zu wollen, wie wichtig du mir bist?“ Er steht auf und sieht mich beleidigt an.

Ich lächle beruhigend. Anscheinend versucht er, etwas vor mir zu verbergen. Sonst würde er wegen meiner Frage nicht so überreagieren. „Es tut mir leid. Du hast das eindeutig seit Langem geplant. Ich freue mich auf heute Abend.“

„Du solltest auch voller Vorfreude sein. Nach dem Abendessen werde ich dich verführen. Heute Abend wirst du deinen Orgasmus nicht vortäuschen müssen.“

Fassungslos starre ich ihn an. Die Zufriedenheit steht in sein Gesicht geschrieben. Dann wird ihm klar, was er da gerade gesagt hat. Sein Lächeln verschwindet.

„Wie kommst du auf die Idee, ich würde dir etwas vorspielen?“ Tja, leider bleibt mir meist nichts anderes übrig, weil Reinhard sich nicht gerade geschickt dabei anstellt, mich zum Höhepunkt zu bringen. Trotzdem würde mich interessieren, woher seine Erkenntnis plötzlich kommt, nachdem er sich all die Jahre für einen großartigen Liebhaber gehalten hat.

„Denkst du nicht, ich merke, wenn du mich belügst?“ Abweisend verschränkt er die Arme vor der Brust.

„Lüge ist so ein starkes Wort …“

„Es ist beleidigend, wenn du mir gegenüber nicht ehrlich bist.“

Ich unterdrücke ein Seufzen. Manchmal benimmt er sich wie ein trotziges Kind. Dann ist er mit seinen bald vierzig Jahren unvernünftiger als ich, obwohl ich gut zehn Jahre jünger bin. Wenn das nur das einzige Problem in unserer Beziehung wäre! Trotzdem steht eines außer Frage. „Ich liebe dich. Das ist alles, was zählt. Ich möchte für immer mit dir zusammen sein.“

„Trotzdem bin ich anscheinend nicht in der Lage, dich zu befriedigen. Zumindest behauptet das Jessica.“

Mit einem Mal wird mir schwindlig. Das kann nicht sein. Meine beste Freundin würde mir niemals derart in den Rücken fallen. Ich spüre, wie das Blut aus meinem Gesicht weicht. „Was soll das heißen?“

„Ich habe mich letztes Wochenende mit Manfred unterhalten. Er hat so etwas angedeutet.“

Gott, wie peinlich! Das wird ja immer schlimmer. Jessica weiß genau, dass ich Manfred nicht leiden kann. Hat sie dennoch weitererzählt, was ich ihr im Vertrauen gesagt habe? Hat sie ihrem Mann gegenüber tatsächlich ausgeplaudert, dass ich sexuell frustriert bin? Das werde ich ihr nicht verzeihen! Wut steigt in mir hoch.

„Warum redet ihr über mich?“, erkundige ich mich mit heißem Gesicht. „War das Fußballmatch so langweilig?“

„Jetzt werde nicht pampig! Ich bin froh, endlich die Wahrheit erfahren zu haben. Dank dir bin ich eine Lachnummer in unserem Freundeskreis. Aber das wird sich ändern. Du wirst keinen Grund mehr haben, dich zu beschweren.“

„Ich habe mich nicht beschwert.“ Trotz meiner Wut auf Jessica versuche ich, Reinhard zur Vernunft zu bringen. „Wir sind glücklich. Es fehlt uns an nichts.“

„Außer an Höhepunkten.“

In seinen Augen lese ich, wie verletzt er ist. Der erfolgreiche, selbstbewusste Architekt zweifelt wegen mir an sich. Ich stehe auf und schmiege mich an seine große, breite Brust. „So stimmt das nicht.“

„Das Gespräch mit Manfred hat mir etwas klargemacht. Wir sind zu bequem geworden. Wir haben unser Feuer verloren. Aber noch ist es nicht zu spät. Wir werden an unserer Beziehung arbeiten. Heute Abend beginnen wir damit.“

Ich gebe ihm recht. Doch der Sex ist nicht unser Hauptproblem. Wir unternehmen viel zu wenig gemeinsam. Im Laufe der Jahre haben sich unsere Prioritäten geändert. Manfred will eine Familie. Er drängt mich schon seit Langem, endlich mit ihm an einem Kind zu basteln und dann daheimzubleiben. Aber das ist nicht, was ich will. Ich will noch etwas erleben, meine Freiheit genießen, abenteuerlustig sein. Ob ich diesbezüglich heute auf meine Kosten kommen werde? „Einverstanden“, stimme ich zu. „Ein romantisches Abendessen, anregende Gespräche, …“

„… heißer Sex. Ich will, dass du die ganze Zeit daran denkst“, flüstert er mir ins Ohr. Seine Hände streichen über meinen Rücken, wärmen mich, wecken meine Sehnsucht nach Nähe. „Gleich nach dem Dessert fahren wir nach Hause, und ich gebe dir, was du brauchst.“

„Zu Hause? Wie wäre es, wenn du schon im Auto über mich herfällst?“

„Das ist es, was du dir wünschst?“, fragt er ungläubig, vielleicht sogar ein wenig erfreut.

Ich hebe den Kopf und sehe ihn an. „Ein wenig Abwechslung wird uns nicht schaden.“

„In Ordnung. Darüber werde ich mir Gedanken machen. Bestimmt fällt mir etwas ein. Notfalls recherchiere ich auch.“

Sein Eifer entlockt mir ein Lächeln. Er ist offensichtlich auf der Mission, Schwung in unsere Beziehung zu bringen. Und das wird er genauso korrekt und gewissenhaft durchziehen wie seinen Job im Architekturbüro. „Ich freue mich darauf.“

„Sehr schön.“ Er küsst mich auf die Nasenspitze. „Dann mache ich mich jetzt auf den Weg zur Arbeit. Wir treffen uns direkt im Restaurant. Viel Spaß bei den Vorbereitungen.“

Sein aufgeregtes Grinsen scheint mir übertrieben. Ich begleite ihn zur Wohnungstür und winke ihm nach. Schade, dass er heute an einem Samstag arbeiten muss. Ich selbst bin später noch mit einer Freundin verabredet. Jetzt gehe ich aber erst mal ins Badezimmer. Die Neugierde lässt mir keine Ruhe.

Das geheimnisvolle Päckchen, das er erwähnt hat, entpuppt sich als Geschenk im Schuhkartonformat. Es ist in rotes Seidenpapier gehüllt, das ich vorsichtig entferne. Das Knistern des Papiers klingt verheißungsvoll. Dann hebe ich neugierig den Deckel der Schachtel an.

Mir stockt der Atem. Ein teuer aussehendes Parfumfläschchen liegt darin. Doch das ist nicht, was meine Aufmerksamkeit fesselt. Auf der Tubenverpackung daneben steht Intimenthaarungscreme. Ich halte überrascht die Luft an. So etwas habe ich noch nie benutzt. Allein die Vorstellung fühlt sich befremdlich an. Bislang habe ich mich aufs Stutzen und Trimmen beschränkt. Handelt es sich um eine Fantasie von Reinhard, mich untenrum haarlos zu sehen? Soll ich es wirklich wagen?

Ich denke an die letzten Jahre. Die Langeweile, die Routine. Vielleicht ist es an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Und möglicherweise komme ich dann auch auf meine Kosten.

[…]

„Magic Callboy“
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